Wenn dem angeblich neuen Social-Media-Stern am europäischen Himmel etwas gelungen ist, dann ist es das Erzeugen maximaler Aufmerksamkeit. Und damit könnte ich diesen Beitrag auch schon beenden.
Ich frage mich, wer braucht das? Um sich bei W Social anzumelden, muss man volljährig sein und das anhand seines Personalausweises nachweisen. Elena Rossini hat diesen Vorgang hier mal beschrieben. Es sind insgesamt 13 Schritte erforderlich um einen Account zu erstellen.
Der Witz an der Sache ist: W Social basiert auf dem AT-Protokoll. Möchte man das mit dem Ausweis lieber lassen und trotzdem europäischen Datenschutz genießen, erstellt man sich einfach einen Eurosky-Account. So kann man mit allen Plattformen kommunizieren, die ATproto nutzen, wie eben auch W Social.
Man möchte eine europäische Alternative zu US-Diensten wie z.B. Bluesky oder X sein. Trotz gern genutzter Freiheitsrhetorik handelt es sich um ein privates, gewinnorientiertes Startup. Der Quellcode ist Closed Source und es gibt offenbar schon Ankündigungen, wie man Geld verdienen möchte: Anfangs wohl mit Micropayments und später dann auch mit Werbung.
Kommt euch das irgendwie bekannt vor? In W Social sind Kapitalgeber investiert, für die sich das Investment letztendlich auch auszahlen muss. Daraus macht man auch gar keinen Hehl.
Selbstverständlich kann man das so machen, aber für mich kommt das überhaupt nicht infrage. Gerade im Bereich sozialer Medien, aber nicht nur dort, brauchen wir meiner Meinung nach mehr von der Gesellschaft getragene, offene Angebote, die es mit dem Fediverse und Eurosky längst gibt. Hier könnte die EU sehr viel mehr tun.
Irgendwie stelle ich mir auch die Frage, warum Ursula von der Leyen und Christine Lagarde ihre Bluesky-Accounts nicht zu Eurosky, sondern zu W Social umgezogen haben. Mit dem Einzug ins Fediverse oder einem Wechsel zu Eurosky hätte man ein Zeichen setzten können. Aber Im Fediverse sind beide meines Wissens nach gar nicht erst vertreten.
Was es wohl auch nicht geben soll, sind Blocklisten. Und auch eine Alice Weidel soll da angeblich Willkommen sein, wie das Schweizer Medium Blick berichtet.
Ich vermute mal, bald wird es um das Netzwerk recht still werden.
Zum Schluss möchte ich euch unbedingt noch einen Artikel zum Thema von Elena Rossini ans Herz legen.
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