ARD Sounds: Podcasts ohne Feeds

Das, was die ARD auf ihrer zentralen Audioplattform Sounds anbietet, hat streng genommen gar nichts mit Podcasts zu tun, sondern ist Audio-on-Demand.

Podcasts sind abonnierbare Audioformate, die über RSS-Feeds verbreitet werden. Die sucht man bei ARD Sounds allerdings vergeblich. Inhalte lassen sich nur über die eigene App oder auf der Website abonnieren.

Es geht aber auch anders: mit dem ARD-Sounds-Podcast-Feed-Generator. Der Service erstellt aus einer ARD-Sounds-URL einen echten Podcast-Feed, den ihr mit dem Podcatcher eurer Wahl abonnieren könnt. Bei mir ist das zum Beispiel Pocket Casts, da man Altkunden nach der Umstellung auf ein Abomodell eine kostenlose Lifetimelizenz gab.

Für mich ist es ehrlich gesagt nicht wirklich akzeptabel, dass keine Feeds angeboten werden. Warum man das so macht, kann ich nur vermuten. Es lässt sich so sicherlich genau messen, wer was wann wie lange hört. Zudem lassen sich bestimmt Nutzung, Reichweite, Abrufzahlen und andere Daten geräteübergreifend erfassen und auswerten. Das wäre alles nicht möglich, wenn jemand ausschließlich über den Feed hört.

Hier muss man allerdings erwähnen, dass auch viele Podcatcher Daten über das Hörverhalten sammeln. Da kann man sich natürlich die Frage stellen, ob man solche Daten lieber dem ÖRR gibt als irgendwelchen US-Tech-Unternehmen.

Dass Interesse an solchen Daten besteht, ist nachvollziehbar. Ich möchte jedoch selbst entscheiden, ob ich diese Daten bereitstellen möchte. Das kann ich über die Auswahl der Software oder Plattform tun, über die ich Podcasts höre. Diese Wahl lässt mir ARD Sounds aber nicht, da keine RSS-Feeds angeboten werden.

Das hat für mich etwas den Anstrich einer klassischen Plattform-Ökonomie, die es beim ÖRR so eigentlich nicht geben sollte.

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