Von WordPress zu Pure Blog, aber es geht um mehr
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Ich bin der ehemalige Betreiber der Mastodon-Instanz Fedispace.de. Erst vor Kurzem bin ich wieder auf einen Gemeinschaftsserver umgezogen, da mir die lokale Timeline, die es bei einer Single-User-Instanz nicht so wirklich gibt, immer gefehlt hat. Mit der Instanz verbunden war auch ein Blog, das unter einer Subdomain lief.
Das hätte ich natürlich weiterbetreiben können, aber so ganz allein unter eine Subdomain fand ich das nicht so schön. Und ehrlich gesagt mangelte es mir auch an der Motivation, längere Blogbeiträge zu schreiben.
Ich schreibe mein halbes Leben lang Dinge in das Internet und kenne natürlich die Höhen und Tiefen, aber auch unfassbar viel Blogging-Software und Stacks zum Publizieren.
Ich war einer dieser Blogger, die WordPress seit dem Einzug von Projekt Gutenberg durch die Bank weg kritisiert haben. Und das war und ist an vielen Stellen sicherlich auch berechtigt, aber eben nicht grundsätzlich. Auch wenn ich irgendwann meinen Frieden mit WP, dem Konzept und dem Blockeditor gemacht habe, so richtig zuhause habe ich mich da nie wieder gefühlt.
Trotzdem habe ich hier einen kurzen Neuanfang mit WordPress versucht. Mir ist das nur alles zu komplex geworden und vieles von dem, was WordPress bietet, brauche ich gar nicht. Zudem ist es immer noch ein fürchterlicher Albtraum, ein Blogtheme an die eigenen Bedürfnisse anzupassen. Und dann wieder dieser Plugin-Zoo. Für mich ist das einfach nichts mehr.
Hätte ich mein altes Blog noch in Betrieb, würde ich es natürlich auch mit WordPress weiterführen, denn echte Probleme hatte ich mit der Blogsoftware nie. Mir ist das alles nur zu groß geworden und von daher bleibe ich nun doch bei Pure Blog. Wie ich das da mit Activity Pub umsetze, weiß ich noch nicht. Vielleicht gibt es da irgendwann eine Lösung.
Eigentlich wollte ich mit dem Bloggen ganz aufhören, nur bin ich der Meinung, dass man das vielleicht doch nicht tun sollte. Es muss noch Räume geben, die von Menschen gestaltet werden. Der ganze KI-Müll ist bereits jetzt ein wirklich großes Problem.
Angesichts dessen, was Google auf seiner I/O 2026 alles so angekündigt hat, halte ich das für sinnvoll. Denn die Suche, so wie wir sie kennen, wird von Google sprichwörtlich beerdigt. Schon länger bringt die Suchmaschine kaum noch Besucher und was da auf uns zurollt, lässt uns Blogger praktisch unsichtbar werden.
Aber hey, im Untergrund kann es auch schön sein. Wir sollten alle Möglichkeiten nutzen, die uns das freie Internet noch bietet. Angefangen von RSS über Blogringe und Verzeichnisse bis hin zum Fediverse und dem IndieWeb. Wir können auf diese „Tech-Feudalisten” scheißen und beide Mittelfinger in Richtung USA und Silicon Valley ausstrecken.
Mein kleines Blog hier verändert überhaupt nichts, aber es gibt mir Selbstwirksamkeit zurück und das ist auch kein schlechtes Gefühl.
Dieser Beitrag wurde von mir am 12.06.2026 überarbeitet, da hier jetzt wieder Pure Blog läuft. Zudem gab es einen HTML-Fehler.