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Ich möchte Podcasts hören und nicht Werbe-Roulette spielen.

Neben Abonnements ist Werbung sicherlich die beliebteste Methode, um Podcasts zu monetarisieren. Für mich gibt es da nur ein Problem: Dynamic Ads.

Es nervt einfach nur!

Seit Wochen wird mir in mehreren Podcasts die Werbung eines bekannten deutschen Hosters über Dynamic Ads eingeblendet. Dabei handelt es sich um Werbespots, die nicht fest in eine Audiodatei integriert sind, sondern beim Abspielen einer Podcast-Folge dynamisch über einen Ad-Server ausgeliefert werden. Die Podcast-Hosts haben dazu vorher Zeitfenster festgelegt, in denen Werbung abgespielt werden soll. So können auch ältere Podcast-Folgen aktuelle Werbung enthalten, da diese kein fester Bestandteil der Audioaufnahme mehr ist. Das kennt man auch ganz klassisch von personalisierter Werbung mit all ihren üblen Begleiterscheinungen. Die Hosts können sehr genau festlegen, welche Art von Werbung ausgespielt werden soll, beispielsweise orientiert an Standort, Zeit, Gerät, Interessen, Kampagne, Kategorie oder Suchverlauf. Ein Ad-Server wählt dann in Echtzeit einen passenden Spot aus und spielt ihn an der vorher markierten Stelle ab.

Die Podcast-Enshittification

Oft starten neue Podcasts zunächst ohne diese Art der Werbung. Erst später wird sie langsam eingeführt, oft in Form von Einspielern am Anfang oder Ende einer Folge. Mit der Zeit nimmt die Werbung kontinuierlich zu, bis schließlich das Niveau von YouTube erreicht ist, wo es Werbeunterbrechungen im Minutentakt gibt. Ich bin schon ganz gespannt, ab wann Audiowerbung in Podcasts nicht mehr übersprungen werden kann. Den Hosts kann das letztendlich egal sein, denn es kommt nicht darauf an, ob sich jemand die Werbung anhört, sondern wie oft eine Podcast-Folge heruntergeladen wurde.

Ich bin nicht grundsätzlich gegen Werbung.

Mir geht es nicht um Werbefreiheit. Podcastproduktionen können je nach Aufwand sehr viel Geld kosten und nicht alles ist nur ein Hobby. Teilweise hängen Produktionsfirmen, Freiberufler:innen und Verlage dahinter, die damit ihr Einkommen generieren. Aber Dynamic Ads gehen für mich persönlich überhaupt nicht. Diese lauten, aufgeregten Werbespots aus der Konserve finde ich unerträglich.

Ich sehe noch ein anderes Problem auf uns Podcasthörer:innen zukommen. Ein beliebtes Finanzierungsmodell sind Abonnements. Gegen einen monatlichen Betrag kann man sich von Werbung freikaufen. In letzter Zeit habe ich jedoch öfter erlebt, dass die Anzahl der Werbespots im Feed für Nichtabonnent:innen kontinuierlich erhöht wurde. Das kann man so lange machen, bis die Schmerzgrenze erreicht ist – in der Hoffnung, dass sich Hörer:innen dann vielleicht für ein Abo entscheiden. Diesen Terror kennt man von YouTube. Ohne Abo oder Adblocker ist die Plattform einfach unerträglich. Allerdings bezieht sich das bisher nur auf wenige der von mir gehörten Podcasts.

Aufräumarbeiten

Ich habe damit begonnen, in meinem Podcatcher etwas aufzuräumen. Wer mehr als zwei Dynamic Ads ausspielt, ist erst einmal rausgeflogen. Eventuell entfolge ich auch allen Podcasts, die Dynamic Ads ausspielen. Ich weiß gar nicht, wie oft ich im letzten Monat Werbung gehört habe, die mit „Waaaarum …” beginnt. Das ist fast so nervig wie die ehemalige Radiowerbung von Carglass oder Seitenbacher. So etwas brauche ich nicht in meinem Podcatcher.

Mir sind Podcasts lieber, die selbst Werbung für ihre Sponsoren machen. Das kann teilweise sehr kreativ sein. Aber vorgefertigte Spots sind einfach nur fürchterlich.

Netzwelt, Meinung

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