Über Umwege von WordPress zu PureBlog, aber es geht um mehr.
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Ich bin der ehemalige Betreiber der Mastodon-Instanz Fedispace.de. Erst vor Kurzem bin ich wieder auf einen Gemeinschaftsserver umgezogen, da mir die lokale Timeline, die es bei einer Single-User-Instanz nicht gibt, immer gefehlt hat. Mit der Instanz verbunden war auch ein Blog, das unter einer Subdomain lief.
Das hätte ich natürlich weiterbetreiben können, aber mir fehlte einfach die Motivation, längere Blogbeiträge zu schreiben. Deshalb entschied ich mich dagegen.
Ich schreibe mein halbes Leben lang Dinge in das Internet und kenne natürlich die Höhen und Tiefen, aber auch unfassbar viel Blogging-Software und Stacks zum Publizieren.
Ich war einer dieser Blogger, die WordPress seit dem Einzug von Projekt Gutenberg durch die Bank weg kritisiert haben. Und das war und ist an vielen Stellen sicherlich auch berechtigt, aber eben nicht grundsätzlich. Auch wenn ich irgendwann meinen Frieden mit WP, dem Konzept und dem Blockeditor gemacht habe, so richtig zuhause habe ich mich da nie wieder gefühlt.
Das ging mir aber auch mit Flat-File-System und Publikations-Stacks so. Meiner Meinung nach macht es einen Unterschied, ob ich Blogbeiträge in einem Code-Editor schreibe oder eine Plattform ausschließlich zu diesem Zweck nutze. Und da ist WordPress wirklich stark. Einmal eingerichtet, kann man sich voll und ganz auf das Schreiben konzentrieren. Es gibt allerdings ein sehr starkes Plug-in- und Theme-System, das vom eigentlichen Zweck des Schreibens ablenken kann. Das habe ich selbst erlebt. Hier und da das Blog verschönern, mehr Funktionen hinzufügen, andauernd irgendetwas umgestalten usw. Im schlimmsten Fall werden Plug-ins, die man nutzt, nicht weiterentwickelt oder sie reißen bereits nach der Installation eine fürchterliche Sicherheitslücke ins System, von der man gar nichts mitbekommt, bis es dann knallt.
Aber wofür und für wen tut man das? Für Menschen, die nicht mehr per Browser vorbeikommen, sondern im besten Fall deinen RSS-Feed abonniert haben? Oder für Menschen, die gar nicht wissen, dass du dazu beigetragen hast, ihr Problem zu lösen? Sie haben eine KI befragt, die dich tagtäglich ausraubt.
Eigentlich wollte ich mit dem Bloggen ganz aufhören, bin aber der Meinung, dass man das nicht tun sollte. Es muss noch Räume geben, die von Menschen besetzt werden. Der ganze KI-Müll ist bereits jetzt ein wirklich großes Problem. Dabei ist es egal, ob WordPress, PureBlog oder etwas anderes. Hauptsache, die Plätze im freien Internet werden weiterhin verteidigt.
Es ist egal, wie unsichtbar wir jetzt schon sind und wie viel schlimmer es nach der Google I/O 2026 werden wird. Wir versinken alle in der Bedeutungslosigkeit. Aber wir können uns weiterhin auf unterschiedlichen Ebenen im Internet austauschen und eine Gegenbewegung aufrechterhalten. So haben wir eine tolle Zeit im Untergrund und können auf all diese „Tech-Feudalisten” scheißen und beide Mittelfinger in Richtung USA und Silicon Valley ausstrecken. Mein kleines Blog hier verändert überhaupt nichts, gibt mir aber Selbstwirksamkeit zurück und das ist auch kein schlechtes Gefühl.